Beschichtungsportal

Verfahren

Nasslackierung

Nasslackierung ist das ältere und flexiblere der beiden großen Verfahren. Der Lack liegt flüssig vor, wird aufgetragen und härtet durch Verdunsten des Lösemittels, durch chemische Vernetzung oder durch beides. Weil kein Einbrennofen zwingend ist, lassen sich Werkstoffe und Bauteilgrößen abdecken, die für die Pulverbeschichtung ausscheiden.

Auftragsverfahren

Druckluftspritzen und HVLP. Der klassische Weg für Einzelteile und kleine Serien. Gute Oberfläche, moderater Auftragswirkungsgrad.

Airless und Airmix. Der Lack wird über hohen Materialdruck zerstäubt statt über Druckluft. Hoher Auftrag pro Zeit, deshalb üblich bei großen Flächen wie Stahlbau und Behältern.

Elektrostatisches Spritzen. Der Lack wird aufgeladen und vom geerdeten Bauteil angezogen. Der Auftragswirkungsgrad steigt deutlich, weil weniger Material am Bauteil vorbeigeht. Details dazu unter Elektrostatische Sprühsysteme.

Tauchlackierung. Das Bauteil wird eingetaucht. Für hohe Stückzahlen und komplexe Geometrien schnell und materialsparend, dafür ohne partielle Aussparung.

Anlagentechnik

Die Kabine ist mehr als ein Raum: Sie führt die Luft so, dass Overspray abgeführt wird, ohne die frische Schicht zu stören, und sie hält Staub aus dem Prozess. Filtertechnik, Luftführung und Wartung schlagen unmittelbar auf die Oberflächengüte durch. Der Aufbau von Lackierkabinen und die Funktionsweise kompletter Lackieranlagen sind deshalb eigene Themen.

Lackauswahl

Welches System infrage kommt, hängt an Untergrund, Belastung und geforderter Optik. Ein Überblick über die Auswahlkriterien steht unter Wie wählt man den richtigen Industrie-Lack?. Für Kunststoffbauteile gelten eigene Regeln, vor allem bei der Vorbehandlung: Herausforderungen bei der Lackierung von Kunststoff.

Ein besonders anspruchsvoller Anwendungsfall ist die Automobilzulieferung, wo Schichtaufbau, Farbtongenauigkeit und Dokumentation vorgegeben sind: Industrielle Beschichtung in der Automobilbranche.

Nasslack oder Pulver

Die Entscheidung fällt selten über den Preis pro Quadratmeter, sondern über Randbedingungen: Temperaturverträglichkeit des Bauteils, Bauteilgröße, geforderte Oberflächengüte, Farbtonverfügbarkeit und Stückzahl. Die Gegenüberstellung im Detail steht unter Pulverbeschichtung oder Nasslackierung.

Alle Beiträge zu Nasslackierung

Lackieranlagen: Aufbau und Funktionsweise

Lackieranlagen sind entscheidend für die Oberflächenbearbeitung in verschiedenen Branchen. Sie ermöglichen eine präzise und qualitativ hochwertige Lackierung von Werkstücken.

Pulverbeschichtung vs. Nasslackierung

In der Welt der Oberflächenbeschichtung gibt es zwei Hauptverfahren, die oft miteinander verglichen werden: Pulverbeschichtung und Nasslackierung. Beide Methoden haben ihre.

Häufige Fragen

Wann ist Nasslackierung besser als Pulverbeschichtung?
Immer dann, wenn das Bauteil die Einbrenntemperatur nicht verträgt, für Pulveranlagen zu groß ist, sehr hohe Oberflächengüte gefordert ist oder ein Farbton nur als Nasslack verfügbar ist. Für Serienteile aus Stahl im Normalfall ist Pulver wirtschaftlicher.
Kann Nasslack auf Kunststoff aufgebracht werden?
Ja, das ist einer der klassischen Anwendungsfälle. Entscheidend ist die Vorbehandlung, weil viele Kunststoffe eine sehr niedrige Oberflächenenergie haben und Lack ohne Vorbehandlung nicht benetzt.