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Verfahren

Vorbehandlung

Die Vorbehandlung ist der Schritt, den man am fertigen Bauteil nicht sieht und der trotzdem darüber entscheidet, ob die Beschichtung fünf oder fünfzehn Jahre hält. Wenn eine Schicht abplatzt, liegt die Ursache in aller Regel nicht im Lack, sondern darunter.

Was die Vorbehandlung leisten muss

Drei Dinge, in dieser Reihenfolge:

  1. Alles entfernen, was die Benetzung stört. Öle, Fette, Ziehmittel, Trennmittel, Handschweiß. Ein Fingerabdruck reicht aus, um an dieser Stelle eine Fehlstelle zu erzeugen.
  2. Alles entfernen, was selbst nicht haftet. Zunder, Rost, lose Altbeschichtung, Schweißschlacke. Was locker aufliegt, wird mitbeschichtet und nimmt die neue Schicht beim Abplatzen mit.
  3. Einen Haftgrund erzeugen. Entweder mechanisch über Rauheit oder chemisch über eine Konversionsschicht.

Mechanische Verfahren

Strahlen ist das gebräuchlichste Verfahren. Korund, Stahlkies oder Glasperlen werden auf die Oberfläche geschleudert, entfernen Zunder und Rost und erzeugen ein definiertes Rauheitsprofil. Strahlmittel und Druck bestimmen das Ergebnis: Ein zu grobes Profil braucht mehr Schichtdicke, ein zu feines gibt zu wenig Verankerung.

Schleifen und Bürsten kommen bei Einzelteilen und bei Reparaturen zum Einsatz, sind aber weniger reproduzierbar als Strahlen.

Für Aluminium und verzinkte Oberflächen gelten eigene Regeln, weil zu aggressives Strahlen die Zinkschicht abträgt oder das weiche Grundmaterial verformt. Üblich ist dort Sweepstrahlen mit reduziertem Druck und feinerem Strahlmittel.

Chemische Verfahren

Chemische Vorbehandlung läuft mehrstufig, typischerweise Entfetten, Spülen, Beizen, Spülen, Konversionsbehandlung, Spülen und Trocknen. Die Konversionsschicht ist der entscheidende Teil: Sie verbindet sich chemisch mit dem Grundwerkstoff und bietet der Beschichtung eine Ankerlage, die zugleich den Korrosionsschutz verbessert. Auf Stahl sind Zinkphosphatierung und moderne Dünnschichtverfahren üblich, auf Aluminium chromfreie Passivierungen.

Der Ablauf im Einzelnen steht unter Chemische Vorbehandlung vor der Beschichtung.

Der Zeitfaktor

Zwischen Vorbehandlung und Beschichtung darf möglichst wenig Zeit vergehen. Frisch gestrahlter Stahl beginnt bei normaler Luftfeuchte innerhalb weniger Stunden zu flugrosten, und Flugrost ist ein schlechter Haftgrund. Ein Betrieb, der Strahlen und Beschichten in einem Durchlauf plant, liefert deshalb zuverlässigere Ergebnisse als eine Kette aus zwei Dienstleistern mit Transport dazwischen. Das ist ein Punkt, den man bei der Betriebsauswahl abfragen sollte.

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Häufige Fragen

Reicht Reinigen statt Strahlen?
Für viele Nasslacksysteme auf glatten, unbelasteten Untergründen ja. Sobald Zunder, Rost oder eine alte Beschichtung vorhanden ist oder hohe Haftung gefordert wird, führt an einem mechanischen Verfahren kein Weg vorbei.
Warum muss verzinkter Stahl gesondert vorbehandelt werden?
Zinkoberflächen bilden Reaktionsprodukte, auf denen Lack schlecht haftet, und sie können beim Einbrennen ausgasen. Üblich sind ein Sweepstrahlen mit reduziertem Druck und eine angepasste chemische Vorbehandlung.
Wie lange darf ein gestrahltes Teil liegen bleiben?
So kurz wie möglich. Blanker Stahl beginnt bei normaler Luftfeuchte innerhalb weniger Stunden zu flugrosten, und Flugrost ist ein schlechter Haftgrund. Betriebe planen Strahlen und Beschichten deshalb in einem Durchlauf.